Wie funktioniert Verhaltenstherapie?



Zu Beginn der Behandlung erarbeiten Therapeut und Klient gemeinsam eine genaue Problemdefinition. Bei Kindern werden Eltern und nach Absprache auch Lehrkräfte und weitere relevante Erziehungspersonen einbezogen. Nun werden die Problemursachen sowie die Bedingungen, welche die Störung aufrecht erhalten, untersucht. Wirkzusammenhänge werden vom Therapeuten verständlich erläutert. Auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse legen Therapeut und Klient gemeinsam entsprechende Therapieziele fest und planen das therapeutische Vorgehen Schritt für Schritt. Die Therapie setzt dann direkt am manifesten Problem an. So werden mit dem Klienten neue, lösungsorientierte Verhaltensmöglichkeiten und Seinsweisen entwickelt, trainiert und umgesetzt. Bei Kindern und Jugendlichen werden die Arbeitsformen genau auf das jeweilige Alter bzw. den manifesten Entwicklungsstand 'zugeschnitten'. Das kann bedeuten, dass beispielsweise Elemente aus der Spieltherapie gezielt zum Einsatz kommen.

Verhaltenstherapie hat den Anspruch, effektiv und zeitökonomisch zu sein. Die Therapieeffizienz wird während der Behandlung laufend überprüft, der Therapieerfolg unterliegt einem standardisierten Controlling.

Verhaltenstherapie erschöpft sich nicht in Diskussionen und Analysen von Problemen, sondern ermutigt zum aktiven Ausprobieren von neuem (äusserem und «innerem») Verhalten. Der Klient soll durch konkrete Übungen mit dem Therapeuten lernen, sein Verhalten besser zu verstehen und zu verändern. Die Lernsituationen werden dabei exakt auf die Klienten und ihre Probleme zugeschnitten. Schritt für Schritt lernt der Klient auf diese Weise, sich auf neue, bisher ungewohnte Verhaltensweisen einzulassen. Der Klient wird ermutigt, die neuen Strategien regelmässig in seinem persönlichen Umfeld auszuprobieren und so die in der Therapie erreichten Fortschritte in konkreten Alltagssituationen nachhaltig zu verankern.

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